Elektronische Lohnsteuerkarte

Im Bereich Lohnsteuerkarte hat sich in den vergangen Jahren einiges getan. Die Lohnsteuerkarte im Papierformat wurde nämlich für das Kalenderjahr 2010 letztmals ausgestellt und war auch für 2011 noch gültig. Seit 2012 ist jedoch ein rein elektronisches Verfahren zur Erhebung der Lohnsteuer in Kraft getreten, das so genannte ELStAM (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale). Demnach muss der Arbeitgeber nicht länger eine Lohnsteuerkarte beim Arbeitgeber abgeben, sondern lediglich seine Steuer-Identifikationsnummer sowie den Tag seiner Geburt mitteilen. Mithilfe dieser Daten ruft der Arbeitgeber die Lohnsteuerabzugsmerkmale beim Bundeszentralamt für Steuern ab und trägt sie in das Lohnkonto des Arbeitnehmers ein. 

Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM)

Der Arbeitgeber erhält die Daten für den Lohnsteuerabzug jedes Arbeitnehmers als elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) durch die Finanzverwaltung. Die vom Arbeitgeber ausgestellte Lohnsteuerbescheinigung geht ebenfalls auf elektronischem Weg ans Finanzamt. 

Anmeldung durch den Arbeitgeber

Bei der Anmeldung des Arbeitnehmers hat der Arbeitgeber folgende Informationen zu melden: 

 

  • ID-Nummer des Arbeitnehmers,
  • Geburtsdatum des Arbeitnehmers,
  • Tag des Beginns des Beschäftigungsverhältnisses,
  • das "Referenzdatum" Arbeitgeber (Datum, ab dem ELStAM für den Arbeitnehmer in diesem Beschäftigungsverhältnis gelten soll),
  • Angabe, ob ein erstes oder weiteres Dienstverhältnis vorliegt (der Arbeitnehmer bestimmt, welches Arbeitsverhältnis sein erstes ist),
  • Angabe, ob und ggf. in welcher Höhe ein nach § 39a Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 EStG eingetragener Freibetrag in diesem Dienstverhältnis gelten soll.

Pflichten des Arbeitnehmers

Der Arbeitnehmer muss dem Arbeitgeber alle erforderlichen Daten mitteilen:

 

  • ID-Nummer,
  • Geburtsdatum,
  • Angabe, ob ein erstes oder weiteres Dienstverhältnis vorliegt,
  • Angabe, ob und ggf. in welcher Höhe ein nach § 39a Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 EStG eingetragener Freibetrag in diesem Dienstverhältnis gelten soll.

 

Bei Trennung oder Scheidung muss der Arbeitnehmer den Zeitpunkt, ab wann die Ehepartner dauernd getrennt leben, dem Finanzamt mitteilen. Dem zuständigen Finanzamt muss der Arbeitnehmer auch melden, wenn ein eingetragener Freibetrag nicht mehr gilt.

Verwaltung durch Finanzämter statt durch Gemeinde

Seit 2011 werden die Lohnsteuermerkmale allein von den Finanzämtern verwaltet. Hier können Arbeitnehmer Änderungen an Steuerklasse, Religionszugehörigkeit, Namen, Kinderzahl und Wohnsitz sowie Eintragungen von Frei- und Hinzurechnungsbeiträgen vornehmen. Auf diese Daten greift der Arbeitgeber mittels ELStAM zu. Die Gemeinde hat im Gegensatz zu früher keine Aufgaben mehr hinsichtlich der Lohnsteuermerkmale.