Elektronische Lohnsteuerkarte

Im Bereich Lohnsteuerkarte hat sich in den vergangen Jahren einiges getan. Die Lohnsteuerkarte im Papierformat wurde nämlich für das Kalenderjahr 2010 letztmals ausgestellt und war auch für 2011 noch gültig. Seit 2012 ist jedoch ein rein elektronisches Verfahren zur Erhebung der Lohnsteuer in Kraft getreten, das so genannte ELStAM (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale). Demnach muss der Arbeitgeber nicht länger eine Lohnsteuerkarte beim Arbeitgeber abgeben, sondern lediglich seine Steuer-Identifikationsnummer sowie den Tag seiner Geburt mitteilen. Mithilfe dieser Daten ruft der Arbeitgeber die Lohnsteuerabzugsmerkmale beim Bundeszentralamt für Steuern ab und trägt sie in das Lohnkonto des Arbeitnehmers ein. 

Lohnsteuerkarte

Die Lohnsteuerkarte ist für den Arbeitgeber wichtig. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Lohnsteuer, ebenso wie die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag, vom auszuzahlenden Lohn einzubehalten und an den Fiskus weiterzuleiten. Zur Berechnung der Höhe des einzubehaltenden Betrages dienen neben den allgemein gültigen Steuertarifen die Angaben auf der Lohnsteuerkarte. Je nach individueller Situation unterscheiden sich die Arbeitnehmer in Familienstatus, Anzahl der Kinder, Religionszugehörigkeit oder Freibeträgen (etwa bei Pflegefällen), was sich alles auf die Steuerschuld auswirkt. Mit Hilfe der Daten der Lohnsteuerkarte kann der Arbeitgeber eine exaktere Steuervorauszahlung leisten. Weitere Abweichungen werden erst im folgenden Jahr mit dem Lohnsteuerjahresausgleichausgeglichen. 

Inhalte der Lohnsteuerkarte

  • Anschrift
  • Geburtsdatum
  • zuständiges Finanzamt
  • die Steuerklasse
  • die Zahl der Kinderfreibeträge
  • Religionszugehörigkeit
  • ggf. Freibeträge (zum Beispiel den Behinderten-Pauschbetrag, die Eintragung anderer Freibeträge muss beim Finanzamt beantragt werden)
  • den sog. Hinzurechnungsbetrag
  • AGS (amtlicher Gemeindeschlüssel)Identifikationsnummer

Vorlage der Lohnsteuerkarte beim Arbeitgeber

Arbeitnehmer, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben, müssen ihrem Arbeitnehmer oder Arbeitgebern zu Jahresbeginn und beim Eintritt in ein neues Arbeitsverhältnis eine Lohnsteuerkarte (mit elektronischer Steuer-Identifikationsnummer) vorlegen. Ist das nicht der Fall, so muss der Arbeitgeber vom Lohn die Lohnsteuer nach der ungünstigsten Lohnsteuerklasse IV und ohne Berücksichtigung von Freibeträgen einbehalten, eine teure Angelegenheit für den Arbeitnehmer.  

Verwaltung durch Finanzämter statt durch Gemeinde

Seit 2011 werden die Lohnsteuermerkmale allein von den Finanzämtern verwaltet. Hier können Arbeitnehmer Änderungen an Steuerklasse, Religionszugehörigkeit, Namen, Kinderzahl und Wohnsitz sowie Eintragungen von Frei- und Hinzurechnungsbeiträgen vornehmen. Auf diese Daten greift der Arbeitgeber zukünftig mittels ELStAM zu. Die Gemeinde hat im Gegensatz zu früher keine Aufgaben mehr hinsichtlich der Lohnsteuermerkmale.