Lohnsteuer

Auf Ihrer Gehaltbescheinigung können Sie ihn jeden Monat nach verfolgen: den Betrag, den Sie als Lohnsteuer an den Fiskus abführen. Der Betrag kann, wenn man ihn mit anderen Ländern vergleicht, recht beträchtlich ausfallen und hängt vom jeweiligen Einkommen ab. Genau genommen spricht man vom Einkommen aus nichtselbständiger Arbeit, eben den Lohn. Andere Formen des Einkommens sind zum Beispiel Einkünfte aus selbstständiger Arbeit oder Zinseinnahmen. Letztere werden nicht mit der Lohnsteuer, sondern mit der Kapitalertragsteuer, besteuert. 

Progressiver Einkommenssteuertarif

Als angestellter Arbeitnehmer schulden Sie dem Fiskus die Lohnsteuer direkt, sie ist also eine direkte Steuer. Jedoch regelt der Arbeitgeber die Abwicklung für Sie und hat bei jeder Lohnabrechnung die Lohnsteuer zu berechnen, vom Bruttolohn einzubehalten und abzuführen. Das ist der Betrag, den Sie auf der Gehaltsbescheinigung sehen können. Maßgeblich für die Höhe der abzuführenden Steuer ist der Einkommenssteuertarif, der für Löhne gilt, aber auch beispielsweise für Einkommen aus selbstständiger Arbeit. Der ist progressiv gestaltet. Das bedeutet, je mehr Sie verdienen, desto höher ist der prozentuale Anteil der Einkommenssteuer. Gleichzeitig ist ein Minimaleinkommen von der Steuer befreit.

Steuerfreibetrag und Steuersätze

Aktuell (2015) sind:

  • i.d.R. jährliche Einkommen bis 8.472 Euro steuerfrei, das ist der Grundfreibetrag.,
  • steigt der Steuertarif von 14 Prozent das Einkommen über 8.472 Euro (d.h. das Einkommen, der diesen Wert überschreitet wird besteuert) bis auf 42 Prozent bei einem Einkommen ab 52.881 Euro.
  • gilt zusätzlich ein Tarif der so genannten Reichensteuer, der derzeit 45 Prozent des Einkommens über 250.731 Euro beträgt.

Grundfreibetrag beeinflussbar

Der Grundfreibetrag von 8.472 Euro ist aber durch die Lohnsteuerklasse beeinflussbar. Je höher der Freibetrag, desto mehr Einkommen ist steuerfrei und desto geringer damit die Steuerlast. Eine Steuerklasse, die den Freibetrag für den Steuerzahler erhöht ist finanziell gesehen für diesen vorteilhaft. Die Lohnsteuerklasse wird auf der Lohnsteuerkarte eingetragen. Hinzu kommen weitere Freibeträge, wie ein Arbeitnehmerpauschbetrag von 1000 Euro oder ein Pauschalbetrag für Sonderausgaben von 36 Euro. 

Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag

Zusätzlich zur Lohnsteuer werden vom Arbeitgeber noch Kirchensteuer, sofern der Steuerzahler Mitglied einer Kirche ist und der Solidaritätszuschlag einbehalten und abgeführt. Die Kirchensteuer beträgt je nach Bundesland 8 oder 9 Prozent der Einkommenssteuer und der Solidaritätszuschlag 5,5 Prozent der Einkommenssteuer. Beide Steuern hängen also nur indirekt, nämlich über die Einkommenssteuer, mit dem eigenen Einkommen zusammen. 

Häufig Steuerrückzahlungen

Für den angestellten Arbeitnehmer ist es meist ärgerlich, dass die Lohnsteuer im Voraus bezahlt wird. Die dabei einbehaltene Summe kann zum Teil die tatsächliche Steuerschuld erheblich überschreiten. Viele noch Steuer mindernde Freibeträge und Ausgaben, wie Werbungskosten, können erst im Nachhinein beim so genannten Lohnsteuerjahresausgleich geltend gemacht werden. Oft ist nach einem Lohnsteuerjahresausgleich eine Steuerrückzahlung die Folge. Für den Lohnsteuerjahresausgleich muss der Arbeitnehmer für das vorangegangene Jahr eine Einkommenssteuererklärung vornehmen, die zum Teil auch verpflichtend ist.