Wofür gibt es Lohnsteuerklassen?

Bei Arbeitnehmern richtet sich der Lohnsteuerabzug sowie der Abzug von Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer nach der auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Lohnsteuerklasse. Der Arbeitgeber muss bei jeder Lohnabrechnung diese Steuern von Bruttoarbeitslohn einbehalten und an das Finanzamt weiterleiten. Allerdings werden die auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Freibeträge vom steuerpflichtigen Arbeitslohn abgezogen und dementsprechend fällt der Nettolohn höher aus. Die Lohnsteuerklassen unterscheiden sich durch verschiedene Freibeträge und Pauschalen abhängig von der Lebens- und Erwerbssituation. So wird zum Beispiel eine zweite Erwerbstätigkeit voll besteuert, während ein verheirateter Arbeitnehmer mit Kindern und Freibeträgen profitieren kann. 

Kann ich mit der Wahl der Lohnsteuerklasse Steuern sparen?

Ja und Nein. Die meisten Lohnsteuerklassen mitsamt ihren eventuellen Freibeträgen werden zugeordnet, ohne dass eine Wahlfreiheit besteht. So fällt eine zweite Erwerbstätigkeit immer in die Lohnsteuerklasse VI. Verheiratete Paare haben jedoch grundsätzlich die Wahl zwischen die Lohnsteuerklassen III/V, IV/IV und IV/IV mit Faktorverfahren. Steuern lassen sich dadurch sparen, dass man eine Einkommensteuererklärung abgibt. Häufig zahlen Ehepaare zu viel Steuern, das gilt gerade bei großen Einkommensunterschieden der Ehepartner. Die zu viel gezahlten Steuern erhalten Sie mit dem Steuerausgleich nach einer Einkommensteuererklärung zurück. Aber auch hier ist es ärgerlich, dass Ehepaare so lange Zeit auf ihr Geld warten müssen. Viele ziehen es vor, monatlich möglichst wenig „zu viel“ an Steuern zu zahlen. Das zu gewährleisten die Aufgabe der Lohnsteuerklassen. Wer seine Lohnsteuerklasse gut wählt, hat monatlich mehr netto im eigenen Portmonee und muss nicht auf den Steuerausgleich warten. Nutzen Sie unsere Steuerklassenrechner um sofort Online die Optimale Kombination der möglichen Steuerklassen zur ermitteln. 

Wer benötigt eine Lohnsteuerklasse?

Eine Lohnsteuerklasse benötigen und erhalten alle Lohnsteuerpflichtigen. Grundsätzlich sind alle Arbeitnehmer persönlich lohnsteuerpflichtig, die im Inland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort haben. In der Regel beginnen Sie mit der Lohnsteuerklasse I, Steuerklasse für ledige Arbeitnehmer. Geben Sie keine Lohnsteuerkarte bei Ihrem Arbeitgeber ab, so werden Sie automatisch mit der Lohnsteuerklasse IV besteuert, die für Sie ungünstigste weil teuerste Lohnsteuerklasse. 

Wo kann ich meine Lohnsteuerklasse wechseln?

Seit dem Jahr 2011 liegt die Zuständigkeit für die Änderung der Lohnsteuerabzugsmerkmale, und der Steuerklassenwechsel ist eins davon, nicht länger bei den Meldebehörden, sondern bei den Finanzämtern. Wenden Sie sich also an Ihr örtliches Finanzamt, wenn sie Ihre Lohnsteuerklasse wechseln wollen. 

Wie oft kann ich die Lohnsteuerklasse wechseln?

Die Eintragung der Steuerklasse ist an den tatsächlichen Lebensumständen des Arbeitnehmers gebunden. Natürlich können sie beispielsweise nur die Lohnsteuerklasse III wählen, wenn sie verheiratet sind. Ein Wechsel der Lohnsteuerklasse ist deshalb nur dann möglich, wenn sich die steuerrelevanten Lebensumstände ändern. Eine Ausnahme bildet die Steuerklassenkombination bei Ehegatten. Ehegatten können in jedem Kalenderjahr einmal einen Antrag auf Wechsel der Steuerklassen stellen. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Steuerklassenwechsel

Eine Änderung der Steuerklassen für dasselbe Kalenderjahr ist immer möglich, wenn

  • ein Ehegatte verstorben ist oder keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn mehr bezieht,
  • sich die Ehegatten auf Dauer getrennt haben oder bei Scheidung,
  • nach Arbeitslosigkeit wieder ein Arbeitsverhältnis besteht.

Wie funktioniert das Ehegattensplittung?

Bei verheirateten Paaren wird die Steuerschuld bei gemeinsamer Veranlagung nach dem Splittingverfahren errechnet. Dabei werden die von beiden Ehepartnern erzielten Einkünfte zusammengerechnet und dann durch zwei geteilt. Dadurch versteuert jeder Partner die Hälfte der Gesamtsumme. Die zu entrichtende Einkommensteuer wird schließlich durch die Anwendung der Splittingtabelle ermittelt. Durch die Anwendung des Ehegattensplittings haben verheiratete Einkommensteuerpflichtige den Vorteil, dass der anzuwendende Progressionssatz erheblich geringer ist als im Falle der Einzelveranlagung. Das Ehegattensplitting bietet aber nur dann steuerliche Vorteile, wenn es nur einen Verdiener gibt oder die Einkommen der beiden Partner unterschiedlich hoch sind. Paare mit etwa gleich hohem Einkommen profitieren nicht vom Splitting. Um den finanziellen Vorteil aus dem Ehegattensplitting zu nutzen, muss das Ehepaar die Steuerklassenkombination III und V wählen. 

Was ist besser: IV/IV oder III/V?

Darauf gibt es keine allgemein gültige Antwort. Die Frage lässt sich letzten Endes nur nach Ihren persönlichen Verhältnissen entscheiden. Möchten Sie erreichen, dass Ihnen im Laufe des Jahres möglichst wenig Lohnsteuer einbehalten wird, prüfen Sie, bei welcher Steuerklassenkombination sich in Ihrem Fall insgesamt der geringste Steuerabzug ergibt. Der Steuerrechner auf dieser Seite hilft Ihnen, Ihre Lohnsteuerpflicht zu ermitteln. Durch die Steuerklassenwahl können Sie auch darauf Einfluss nehmen, ob sich nach Ablauf des Jahres eine Steuererstattung oder Steuernachzahlung ergibt. Bei der Steuerklassenkombination III/V besteht die Pflicht zur Steuererklärung, wobei zu wenig oder zu viel gezahlte Steuern ausgeglichen werden. 

Was nützt das Faktorverfahren bei der Lohnsteuerklasse IV?

Die Lohnsteuerverteilung zwischen den Ehepartnern entspricht mittels des Faktorverfahrens der familien-rechtlichen Verteilung der Steuerlast der Ehegatten. Hauptsächlich können aber mit der Wahl des Faktorverfahrens hohe Nachzahlungen vermieden werden, die bei der Steuerklassenkombination III/V auftreten können. Der Antrag auf das Faktorverfahren kann einfach und formlos gestellt werden. 

In welche Steuerklasse wird man nach der Trennung eingestuft?

Die Ehepaare können mit der Heirat wählen, ob sie jeweils in die Steuerklasse IV/ IV, mit oder ohne Faktorverfahren, bzw. III / V eingestuft werden wollen. Nach der Trennung werden sie in die Steuerklasse I. bzw. II. eingestuft und ähnlich wie Ledige besteuert. 

Muss ich direkt nach der Trennung eine neue Lohnsteuerklasse beantragen?

Nein, in der Regel haben sie eine Übergangsphase. Nach der Trennung können sie noch im Trennungsjahr in der alten Steuerklasse verbleiben. Deshalb ist das Datum der Trennung entscheidend. Trennen sie sich im Januar, so behalten sie noch länger die evtl. günstigere Steuerklasse, nicht so im Dezember.